Fasten mit Alexander Graffi
Fasten mit Alexander Graffi

Xander's Blog

01.03.2022
Xander
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"Warum Geld ausgeben dafür, dass man nichts zum Essen bekommt?"Wie oft habe ich diese Aussage gehört! Und viele, die sich zum Fasten entschließen, stoßen immer noch auf dieses Unverständnis. Bevor ich selbst zum ersten Mal gefastet habe, dachte ich auch ähnlich: es scheint unlogisch zu sein, dass Nahrungsverzicht gut und gesund sein soll.

Sind FasterInnen alle verrückt geworden?Warum kommen trotzdem immer mehr Menschen zum Fasten? Und warum fasten viele Menschen jedes Jahr? Sind die alle verrückt geworden?

Meine größten Befürchtungen ...Ich kann mich noch sehr gut an mein erstes Fasten erinnern. Da hatte ich große Bedenken und Befürchtungen. Die 2 größten waren: Hunger und nachhaltige Schlappheit.

... wurden nicht wahrUnd dann! Es war wie ein Wunder für mich - ich hatte gar keinen Hunger. Nicht ein bisschen. Das konnte ich gar nicht fassen. Sonst habe ich nach 3 Stunden Essenpause oft schon Hunger. Und beim tagelangen Fasten überhaupt nicht? Das war schon mal unglaublich.Und bezüglich nachhaltiger Schlappheit: so erholt und voller Kraft und voller Tatendrang bin ich bis dahin noch nie von einem Urlaub zurück gekommen - wow! Dieses "Wunder" entfachte meine Begeisterung für das Fasten zusätzlich zu den anderen Wirkungen:

8 faszinierende Wirkungen des Fastens

1. Fasten erleichtert

Minus 3-8kgGewichtsabnahme ist für viele FasterInnen die Einstiegsmotivation. Und die Hoffnung ist berechtigt: Frauen nehmen bei einem ca. einwöchigen Fasten 3-6kg ab, Männer sogar 4-8kg. Natürlich spielt das Ausgangsgewicht eine Rolle und je mehr Fettreserven jemand hat, desto mehr fällt davon ab. Das verlorene Gewicht ist nur zum Teil (ca. 50%) Fett. Wir verlieren auch Flüssigkeit und Eiweiß - und das ist gut so. Denn beim Fasten setzt die Autophagie ein: siehe nächster Punkt (2. Autophagie).

Dauerhaft Abnehmen oder Jojo-Effekt?"Aber wie ist das mit dem Jojo-Effekt? Das Gewicht kann man doch nur nachhaltig reduzieren, wenn die Ernährung verändert wird. Fasten bringt da gar nichts.", höre ich sofort kritische Stimmen. Und die Kritik stimmt, wenn man die Erwartung hat, dass alleine das Fasten nachhaltig wirken soll. Wenn man glaubt, einmal fasten genügt und danach so weiter macht wie vor dem Fasten, dann ist man auch schnell wieder bei dem Gewicht von vorher.  

Aber: Fasten macht eine Ernährungsumstellung einfacherGewohnheiten von heute auf morgen zu ändern ist extrem schwierig und gelingt selten. Fasten schärft das Ernährungsbewusstsein, fasten motiviert etwas zu verändern. Mit Fasten schaffe ich eine Zeit des Übergangs, gleichzeitig ist die Motivation, nach dem Fasten gesündere Ernährungsweisen in den eigenen Alltag aufzunehmen, um ein Vielfaches größer als einfach von heute auf morgen. Und damit hilft das Fasten doch dauerhaft gesünder und leichter zu werden.

2. Fasten regeneriert und verjüngt

Die AutophagieBis vor kurzem kannte kaum jemand den Begriff  "Autophagie". Der Medizin-Nobelpreis 2016 änderte dies. Der Japaner Yoshinori Ohsumi wurde für seine Forschungen zur Autophagie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Autophagie ist ein Prozess auf Zellebene, der kranke Zellen abbaut und aus den Bausteinen wieder neue Zellen bildet bzw für den Stoffwechsel verwendet. Beim Fasten findet die Autophagie viel stärker statt als bei normaler Ernährung. Damit regeneriert und verjüngt sich der Körper beim Fasten besonders tiefgreifend. 

Besonders sichtbar ist der verjüngende Effekt des Fastens im Gesicht. Es ist unglaublich, wie sich die Gesichter meiner TeilnehmerInnen im Laufe des Fastens verändern: die Haut strafft sich, die innere Entspannung und Gelassenheit wird in den Gesichtern sichtbar, sie strahlen!

Sogar eine stärkere Erneuerung der Gehirnzellen findet beim Fasten statt.

Eiweiß-AbbauEine häufige Befürchtung beim Fasten ist, zu viel Eiweiß bzw. Muskelmasse zu verlieren. Doch die neuesten Erkenntnisse sprechen dafür, dass der Körper intelligent ist und zuerst kranke oder überflüssige Zellen abbaut. Und diesem, aus schadhaften Zellen abgebauten, Eiweiß brauchen wir nicht nachzutrauern. 

Bild: wissenschaft.de 4. Oktober 2016: Medizin-Nobelpreis für Autophagie-Entschlüsselung

3. Fasten bringt klare Gedanken

Es ist für mich jedes Mal überraschend, wie das Fasten meine Gedanken beeinflusst. Aus meinem Wirrwarr im Kopf wird im Laufe des Fastens konzentrierte Klarheit. Viele FasterInnen berichten ebenso  von dem Phänomen der klaren Gedanken. Plötzlich werden die eigenen Bedürfnisse deutlicher spürbar und sind Entscheidungen leichter zu fällen. Das Bewusstsein, was im eigenen Leben wirklich wichtig ist und auch, was nicht, was nur Ballast ist, scheint beim Fasten zu steigen. Dazu kenne ich keine wissenschaftlichen Untersuchungen, aber Zitate und Erfahrungsberichte:

Diana: "Fasten, sich von Unnötigem, von Fesseln befreien, hören auf das, was ich brauche, was mir gut tut. Wieder die eigene Mitte finden, mich neu verankern, spüren, was mich im Leben trägt. Mir Gedanken machen zum Weg, den ich weiter gehen möchte."

Mahatma Gandhi: "Die Fastenzeiten sind Teil meines Wesens. Ich kann auf sie ebenso wenig verzichten wie auf meine Augen. Was die Augen für die äußere Welt sind, das ist das Fasten für die innere."

mehr Erfahrungsberichte auf fasten.at

4. Fasten beweist FreiheitKomme ich, zumindest zeitweise, mit ganz wenig aus? Oder bin ich meinen eigenen Bedürfnissen hilflos ausgeliefert? Bin ich abhängig oder frei? Strample ich mich ab, nur um meine Abhängigkeiten zu bedienen? Möchte ich immer mehr und mehr und verliere dabei mich selbst aus den Augen?Fasten ist für mich ganz wesentlich ein Freiheitsbeweis. Ein "Bewusst machen", dass ich mit ganz wenig auskomme. Das ich Vieles loslassen kann und es mir trotzdem gut geht. Gleichzeitig steigt meine Wertschätzung für diese Dinge und ich freue mich, dass ich sie habe. Aber ich weiß, es geht auch ohne.Sonst bin ich wie der Affe, der sich mit einem einfachen Trick fangen lässt: 

5. Fasten ist Zeit für mich

Mein erstes Fasten 2002 war ein durchgehendes Aha-Erlebnis für mich. Das man sich selbst soviel Gutes tun kann, ja einen Urlaub ausschließlich sich selbst widmet, kannte ich noch nicht. Aber es tat und tut soo gut!

Der Begriff "fasten" kommt von festhalten, befestigen. Im Englischen ist dieser Wortstamm noch erkennbar (z.B. "fasten seatbelts"). Beim Fasten erkenne ich leichter, was mir Halt gibt, woran ich mich anhalten kann, was mir wirklich wichtig ist. Aber ich erkenne auch, was nur Ballast ist, was mich nur belastet und aus meinem Leben entfernt gehört. Entscheidungen zu treffen fällt im Fasten leichter, man ist sich selbst näher. Fasten ist die persönlichste Zeit, die ich kenne.

Romano Guardini: "Zuerst wird nur der Mangel gefühlt; dann verschwindet das Verlangen nach Nahrung...Zugleich geht beim Fasten etwas Innerliches vor sich.Der Körper wird gleichsam aufgelockert.Der Geist wird freier.Alles löst sich, wird leichter, Last und Hemmung der Schwere werden weniger empfunden.Die Grenzen der Wirklichkeit kommen in Bewegung; der Raum des Möglichen wird weiter...Der Geist wird fühliger. Das Gewissen wird hellsichtiger, feiner und mächtiger.Das Gefühl für geistige Entscheidungen wächst..."

Morgenstimmung in Geras

6. Fasten öffnet den Geist

Nicht umsonst verwenden praktisch alle Religionen das Fasten, um dem Göttlichen näher zu kommen. Die eigenen Ängste und Bedürfnisse loszulassen, sich selbst loszulassen und offen zu werden dem Großen und Ganzen gegenüber.  Die spirituelle Offenheit "passiert" einfach beim Fasten und führt häufig zu mystischen Erfahrungen, die unbeschreiblich sind. 

Gerne verbinde ich das Fasten mit der Frage: "Lieber Gott, was willst Du, das ich tue? Und der Zusatzbitte: "Bitte zeige es mir so, dass ich es verstehe." Das mache ich in Lebenssituationen, in denen ich meinen Weg nicht erkennen kann, so sehr ich auch darüber nachdenke und immer verzweifelter werde. Und tatsächlich bekomme ich in der Regel Antworten, die glasklar und stimmig sind, dass ich mich wundere, diese nicht schon lange erkannt zu haben.

Johannes Chrysostomus: "Das Fasten ist die Speise der Seele. Wie die körperliche Speise stärkt, so macht das Fasten die Seele kräftiger und verschafft ihr beweglichere Flügel, hebt sie empor und lässt sie über himmlische Dinge nachdenken, indem es sie über Lüste und die Freuden des gegenwärtigen Lebens erhaben macht. Wie leichte Fahrzeuge das Meer schneller durchqueren, schwerbelastete Schiffe aber untergehen, so macht das Fasten die Gedanken leichter."

7. Fasten ist gesund 

Wir haben das Glück, immer genug zum Essen zu haben. Das war nicht immer so und ist wohl auch geschichtlich eher die Ausnahme. Zeiten der Entbehrung sind auch Zeiten der Regeneration (siehe Punkt 2). Die Evolution hat die meisten Lebewesen auf mögliche magere Zeiten eingestellt. Ich persönlich glaube sogar, das wir regelmäßig solche mageren Zeiten benötigen, um gesund zu bleiben.  Das es ungesund ist, keine Nahrungspausen zu haben. Das Überfluss krank macht.

Der Erfinder der Fasten-Methode, nach der ich meine Fastengruppen begleite und selbst faste, war Dr. Otto Buchinger. Er erkrankte an einer schweren Arthritis und konnte sich mit mehrmaligem Fasten davon heilen. Dadurch beschäftigte er sich intensiver mit dem Fasten als Heilmethode und eröffnete eine Klinik, deren hauptsächliche Behandlungsmethode das Fasten war. 

Es gibt eine Reihe von  Erkrankungen, bei der Fasten Vorbeugen, Lindern oder Heilen kann:* Arthritis* Diabetes Typ 2 und die Vorstufen (metabolisches Syndrom)* Fettleber, mit Fasten kann einer Leberzirrhose vorgebeugt werden* Bluthochdruck* Erschöpfungszustände * zu hohe Cholesterin- und Blutfettwerten* signifikante Gewichtsreduktion bei Übergewichtsiehe aktuelle Studie der Buchingerklinik siehe auch die Linksammlung auf fasten .at von Veröffentlichungen bezüglich dem Fastenz.B.: Geo-Artikel "Wie das Fasten unseren Körper heilt"

Dr. Otto Buchinger: "Das Fasten ist eine Ausscheidungskur, eine Reinigungskur der gesamten Körpergewebe und Säfte. Es baut die überalterten Zellen ab und regt dadurch die Neubildung von jugendlichen Zellen an. Das erklärt, warum jedes Fasten eine so ungeheure regenerierende Wirkung auf den Körper hat."

Sophie: "Durch das Fasten habe ich sämtliche Nahrungsmittelallergien unter denen ich litt komplett beseitigt - ich habe nun überhaupt keine mehr!"

Schneckchen33: "Letztes Mal war zufällig in unserer Firma eine freiwillige Blutuntersuchung und dem  Arzt habe ich erzählt, das ich grad faste. Er fand das so interessant, dass er ein besonderes Augenmerk darauf werfen wollte: Ergebnis Super Werte auf der ganzen Linie! Wenn das keine Motivation ist? Allen viel Spaß und ein tolles Körpergefühl! Für mich ist Fasten immer ein Zurückfinden zu "weniger" bei der Ernährung, zum Wesentlichen, all den Ballast dieser überfüllten Welt einfach mal loslassen und ohne ihn zurechtkommen."

8. Fasten macht glücklich und motiviert

Fasten wirkt sich positiv auf die Stimmung aus, es werden Endorphine und andere Botenstoffe ausgeschüttet. Nicht gleich am ersten Tag, sondern nach der Umstellung auf den Fettstoffwechsel, also nach 2-3 Tagen fasten. 

Unmittelbar nach dem Ende des Fastens bekommt man meist einen Motivationsschub. Da ist plötzlich unendlich Energie vorhanden und wirkliche Änderungen und Umstellungen im eigenen Leben werden tatsächlich angepackt. Eine Aufbruchsstimmung kommt auf, gepaart mit dem Gefühl, Bäume ausreißen zu können. 

Es ist wie ein kleiner Neubeginn des eigenen Lebens, eine Neugeburt mit allen Chancen, neue Wege einzuschlagen und alte zu verlassen.

Nicole: "Ich erlebte ein derartiges Hochgefühl, es ist einfach unbeschreiblich... Ich kann jedem raten, der etwas in seinem Leben ändern möchte, dass Fasten als Einstieg in den Beginn eines neuen Lebens zu nutzen."

Beeindruckend, oder?

Sieht man sich die Wirkungen an, kann man schon durchaus beeindruckt sein! Und das alles in einer relativ kurzen Zeit, das ist schon beachtlich. Kennt jemand etwas vergleichbar Wirkungsvolles?

Wenn Du noch nie gefastet hast, probier's aus. Für Dich!

Nicht vorstellbarAls ich das erste Mal vom Fasten hörte, konnte ich mir das gar nicht vorstellen - "tagelang nichts essen, das kann weder gut noch angenehm sein.", dachte ich.

Der EinstiegEin paar Jahre später kam ich wieder auf das Thema und diesmal sollte ich mich darauf einlassen. Ich hatte einen Tandem-Fallschirmsprung geschenkt bekommen und musste leichter werden. So meldete ich mich im Sommer 2000 zu meiner ersten Fastenwoche im Kloster Pernegg an.

Fasten ist einfachMeine Befürchtungen waren groß und zahlreich, Hunger und nachhaltige Schlappheit waren die größten.  Man stelle sich deshalb mein Erstaunen vor, wie einfach das Fasten schlussendlich für mich war. Ich hatte keinen Hunger! Das war wie ein Wunder für mich.

Fasten wirkt phänomenalUnd was sich noch alles tat bei mir, unglaublich. In einer Zeit mit beruflichen und privaten Turbulenzen wurden meine Gedanken klarer und ich konnte, ganz mühelos, wichtige Entscheidungen treffen. Zusätzlich hatte ich einen kräftigen Energie- und Motivationsschub und war voller Tatendrang.

Fasten begeistertDas Fasten begeisterte mich sehr und ich entwickelte ein Sendungsbewusstsein dafür. Wie ein Zeichen des Himmels schien mir der Umstand zu sein, dass die Domain "fasten.at" noch frei war und es im Internet kaum Informationen übers Fasten gab. So registrierte ich diese Domain und begann übers Fasten zu berichten. 

erstes Logo von fasten.at

Fasten lernen"Damit auch eine gewisse Qualität bei fasten.at gewährleistet wird, werde ich eine Ausbildung zum Fastenbegleiter machen", dachte ich und schaute mich diesbezüglich um. In Österreich gab es damals noch kaum Ausbildungen und so entschied ich mich für ein Seminar in Deutschland. Das katholische Bildungswerk Rottweil bot einen Lehrgang an, der auch den Schwerpunkt "Ganzheitliches Lehren und Lernen" enthielt. Lehrgangsleiter waren Peter Müller und Cornelia Heinemann. 

Ausbildungsurkunde

Kann Fasten auch zu meinem Lebensunterhalt beitragen?Diese Frage stellte ich mir, denn ich hatte nun schon  eine Menge Zeit und Geld in das Thema Fasten investiert. Und auch Peter Müller fragte ich bei der Anmeldung: "Kann man vom Begleiten von Fastengruppen leben?". Seine Antwort war sehr ernüchternd: "Nein!", lachte er, er kenne niemanden, der das hauptberuflich macht. Die meisten begleiten einen oder zwei Kurse im Jahr, in ihrer Freizeit.

fasten.at als beruflicher EinstiegDoch das Fasten begeisterte mich weiter und die nächste Idee, meine Kosten abzudecken, nahm Gestalt an: ich könnte die Internetseite fasten.at als Werbeplattform für Fastenanbieter einsetzen. Ich entwickelte ein Konzept und begann Klinken zu putzen. Eine der ersten Adressen war natürlich der Ort, an dem ich selbst zum ersten Mal gefastet hatte - Kloster Pernegg im Waldviertel.

Start als FastenbegleiterDem damaligen Direktor Hans Hermann gefiel fasten.at und er gab mir seine Unterstützung. Und fragte mich gleich: "Wollen Sie nicht auch Fastenkurse bei uns in Pernegg begleiten?". Da brauchte ich nicht lange zu überlegen und sagte für zwei Kurse im Sommer 2002 zu. Aus diesen ersten zwei Kursen wurden dann bis heute 276 (1/2022).

23.01.2022
Xander
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 Anlässlich meines 20jährigen Fastengruppenbegleiter-Jubiläums habe ich diesen Blog begonnen und freue mich, Interessantes und hoffentlich Unterhaltsames mit euch zu teilen.

Xander

Einen Überblick über alle meine Fastenkurse mit freien Plätzen für Dich findest Du auf der Startseite. 

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